Bürgermedaille der Gemeinde Oberaudorf für Hans Berger

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Der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Musiker Hans Berger hat im Rahmen des Oberaudorfer Musikabends die Bürgermedaille der Gemeinde Oberaudorf überreicht bekommen. Bürgermeister Hubert Wildgruber würdigte in seiner Laudatio nicht nur die musikalischen Höchstleistungen von Hans Berger auf der Zither oder der Orgel sondern vor allem auch seine Auffassung, die Musik als verbindendes Element zwischen den Menschen zu sehen und dies auch zu leben.

Oberaudorf – „Grüaß enk Gott, grüaß Gott mitanand. Mit an scheen Gsang so fang ma gern o ja, schee werd de Stund in unserer Rund“… Mit diesem Lied begrüßte der Kinderchor nach dem Einmarsch der Musikkapelle Oberaudorf die zahlreichen Besucher des Oberaudorfer Musikabends im Kursaal. Was die meisten der anwesenden Gäste inklusive dem Geehrten noch nicht wussten, war die Verleihung der Bürgermedaille an Hans Berger.

In der Gemeinderatssitzung vom 10. Mai 2016 wurde die Auszeichnung einstimmig beschlossen und ein geeigneter Termin für die Übergabe fand sich schnell in dem bevorstehenden Musikabend. Nachdem das Wetter leider für den Kurpark nicht passend war, wurde die Veranstaltung vorsorglich – und wie sich an diesem Abend auch herausstellte zum Glück – in den Kursaal verlegt.

In seiner Laudatio dankte Bürgermeister Hubert Wildgruber zunächst der Musikkapelle Oberaudorf, dem Trachtenverein mit seiner Kindergruppe und den Goaßlschnalzern, dem Hans-Berger-Ensemble und dem Kinderchor für die wunderbare Gestaltung des Musikabends. Die Bandbreite der Kunst in Oberaudorf ist groß und ihre Vielfältigkeit begeistert nicht nur die Einheimischen sondern auch im besonderen Maße die Gäste der Tourismusgemeinde im Inntal.

Der 1944 in Oberaudorf geborene und am elterlichen Bergbauernhof in Vorderseebach aufgewachsene Hans Berger lernte ab seinem siebten Lebensjahr das Zitherspiel. Schon mit zwölf Jahren brachte er sich autodidaktisch das Orgelspiel bei. Als Hoferbe vorgesehen besuchte er zunächst die Landwirtschaftsschule Rosenheim und anschließend die Landvolkshochschule in Wies bei Steingaden. Doch seine Liebe zur Musik war stärker: Mit 25 Jahren besuchte er das Richard-Strauss-Konservatorium in München, welches er mit dem Abschluss zum Musiklehrer und der Kirchenmusik (B-Prüfung) beendete und überlies den Hof an seinen jüngeren Bruder.

Seit 1965 betreute er die Bergkirche Wall als Organist und war in der Zeit von 1974 bis 2007 hauptamtlicher Kirchenmusiker in Oberaudorf. Ab 1994 wirkte er fünf Jahre als Volksmusikpfleger des Landkreises Rosenheim und Musikpfleger des Dekanats Inntal. Seit 1980 widmet er sich der Wiederentdeckung und Bearbeitung des musikalischen Nachlasses des „Müllner-Peter von Sachrang“. Mit dem 1985 gegründeten Hans-Berger-Ensemble ist er in den letzten Jahrzehnten bei unzähligen Konzerten aufgetreten.

In all seinen Jahren des Wirkens ist Hans Berger zum musikalischen Aushängeschild der Gemeinde Oberaudorf geworden und hat nur das Musikleben im Ort entscheidend mitgeprägt sondern auch den Namen Oberaudorf in die halbe Welt hinaus getragen. Neben Konzertreisen durch Deutschland und Österreich ging es auch nach Frankreich, England, Schottland bis nach Brasilien. Ein besonderer Höhepunkt war zudem ein Konzert für Papst Benedikt in Rom. Und nicht zu vergessen die wunderbare 90 minütige Dokumentation, die im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen hat er schon erhalten, z.B. den Verdienst-Orden der Bundesrepublik Deutschland, den Volksmusikpreis der Hanns-Seidl-Stiftung, den Kulturpreis des Landkreis Rosenheim, den EUREGIO-Preis Inntal, die Goldene Zither, die Oberbayerische Bezirks-Medaille in Silber und viele mehr.

Dennoch ist er immer bodenständig geblieben und hatte immer ein offenes Ohr und umsetzbare Ideen, wenn Unterstützung und Mithilfe in musikalischen und heimatgeschichtlichen Belangen benötigt wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Rosi rief er 1991 die Musiktage Oberaudorf-Reisach ins Leben.

Hans Berger sieht die Musik als verbindendes Element zwischen Menschen. Hierbei werden nicht nur Chöre, Gesangssolisten und Musiker aller Generationen von Amateuren bis hin zu renommierten Profis vereint sondern auch die Künstler aus Oberaudorf, den Nachbargemeinden bis nach Tirol und darüber hinaus. Die Förderung und Ausbildung junger Musiker und Sänger liegt ihm dabei sehr am Herzen und so ist es ihm jedes Mal eine große Freude, wenn bei seinen Konzerten auch ganz kleine Dirndl und Buben mit Begeisterung mitsingen. Sein Sohn Johannes ist mittlerweile an der Orgel und am Cembalo längst ein vielgefragter „Meister seines Faches“.

Die Musik des Hans Berger ist authentisch und echt – und dabei auf einem unglaublich hohen Niveau. Wobei ihm aber auch ein großes Anliegen ist, dass Kirchenmusiker und Gesangsensembles in den Pfarreien geeignete und nicht allzu schwierige Stücke zur Verfügung gestellt bekommen.

Alles in allem darf man ihn sicher als einen der erfolgreichsten und bekanntesten bayrischen Komponisten und Arrangeure für Volksmusik bezeichnen. Die Ehrung mit der Bürgermedaille ist deshalb der Ausdruck von Anerkennung und Dankbarkeit für die besonderen Verdienste um die Entwicklung der Gemeinde Oberaudorf. Diese hat Hans Berger sich in unvergleichlicher Weise mit seiner künstlerischen Schaffenskraft, seinem ehrenamtlichen Engagement und dem stetigen Wirken zum Ansehen der Gemeinde Oberaudorf erworben.

Nach der Übergabe ließen es sich die Brünnsteinzwerge nicht nehmen „ihrem“ Hans mit eigenen passenden Versen zu gratulieren. Auch der Kinderchor ließ ein „Ois Guade zum heutigen Tag“ erschallen und die Musikkapelle spielte zusammen mit einem Solo-Trompeter auf der Empore ein Stück zu Ehren des Gemeindebürgers. Natürlich durfte er auch bei dem anschließenden Standkonzert voller Freude ein Stück dirigieren.

Dass Musik ein verbindendes Element ist zeigte sich auch hier: bis spät in die Nacht wurde gemeinsam musiziert, gesungen und geratscht.

Fotos: Yvonne Tremml

1 Kommentar

  1. heidi ultsch  —  10. Dezember 2016 at 18:37

    Auch ich durfte Hans Berger als Krebspatientin in der Klinik Bad Trissl kennen und schätzen lernen. Mit seiner einfühlsamen und doch lockeren Art konnte er den Patienten für einige Stunden bei seinen Musikabenden und kostenlosen ehrenamtlichen Ausflügen ein Lächeln entlocken und uns die schreckliche Krankheit kurz vergessen lassen.Wir Patienten bedauern den Weggang von unserm Hans sehr, der uns mit sehr viel Herzblut und persönlichem Arrangement den Aufenthalt in der Klinik ein wenig angenehmer machte. Ich, und bestimmt auch viele Patienten wünschen unserem Hans alles erdenklich Gute, für seine Tätigkeiten mit Gottes Segen, in Verbundenheit .

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